Totgeburten: Nach wie vor ein Tabuthema

Studie der Hochschule Luzern soll Betroffene unterstützen

Wenn das eigene Kind stirbt, ist das etwas vom Schlimmsten, das einer Familie passieren kann. In der Schweiz gibt es aber täglich fast zwei Totgeburten. Eine Studie der Hochschule Luzern - Soziale Arbeit hat genauer hingeschaut.

Dieses Schicksal hat Familie Kern vor zweieinhalb Jahren getroffen: Das Kinderzimmer war eingerichtet, die Familie hat sich gefreut, die Schwangerschaft verlief so weit problemlos und dann der Schock. Franziska Kern's Sohn Lennis hat kurz nach der Geburt aufgehört zu atmen und ist verstorben. Alle waren geschockt, die Ärzte und Hebammen konnten es sich nicht erklären.

Obwohl die Familie Kern im Krankenhaus gut betreut war nach diesem schlimmen Ereignis, fühlten sie sich alleine gelassen im Trauerprozess. Die paar Flyer, die sie bekommen haben, waren zu wenig Unterstützung. Diesen Frühling hat Franziska Kern darum den Verein «Himmelskind» gegründet, wo sie zusammen mit anderen Müttern Akuthilfe und Trauerbegleitungen anbietet für Familien, die dasselbe durchleiden müssen, wie sie damals. 

Die Studie der Hochschule Luzern - Soziale Arbeit zeigt, dass das Thema Kindstod noch ein Tabuthema ist in unserer Gesellschaft. Dabei könnte mit kleinen Dingen der Schmerz der Eltern schon ein bisschen gelindert werden und die Verarbeitung der Trauer wäre einfacher. Beispielsweise sei es enorm wichtig, dass Eltern ihr verstorbenes Kind in den Armen halten, oder es anziehen könnten. Oft ginge es auch vergessen, Erinnerungsfotos oder andere Andenken zu machen und nach Hause zu nehmen. 

Wichtig sei auch, über das Kind zu sprechen, es sei immer noch Teil der Familie, betont Franziska Kern. Hilfe bietet dabei der Verein Himmelskind oder die Beratungsstelle für Kindsverlust.

Der Verlust eines Kindes ist etwas vom Schlimmest, was einer Familie passieren kann.

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